+491768555220 info@dipali.de
Meinungsfreiheit – selbstverständlich, oder?

Meinungsfreiheit – selbstverständlich, oder?

Gestern habe ich einen Artikel veröffentlicht. Über meine 32 Jahre in Deutschland, über Zugehörigkeit, über die Frage: Wann ist es zu spät?

Ich saß in meiner Lieblingsarbeitsposition, kreuzbeinig auf dem Sofa, habe den Artikel zweimal durchgelesen und dachte: Cool, das habe ich gut gemacht. Dann habe ich meinen Laptop zugeklappt und überlegt: Will ich das wirklich veröffentlichen? Vielleicht ja. Aber traue ich mich auch, publik zu machen, dass ich es geschrieben habe?

Ich hatte Herzrasen. Ein flaues Gefühl im Magen. Und gleichzeitig war ich fest entschlossen.

Ich habe geklickt. Und sofort den Link im WhatsApp Status geteilt.

Was mir durch den Kopf ging: Es ist mir wichtig, mich zu zeigen und zu zeigen, wofür ich stehe.

Die Angst vor dem, was kommen könnte

Ich habe noch nie Hasskommentare bekommen. Mein rationaler Teil war klar: Es ist okay. Wer etwas beleuchtet, nach eigener Meinung und Erfahrung, kann auch Gegenwind erwarten. Und je nachdem, wie die Kommentare sind, würde ich überlegen oder mir Hilfe holen, wie ich reagieren möchte.

Aber der emotionale Teil?

Der hat gespürt, was im politischen Klima fühlbar ist. Dass ich nicht nur Hasskommentare bekommen könnte, sondern dass es mir physisch gefährlich werden könnte. Dass es mir vielleicht gar nicht erlaubt wird, meine Meinung zu sagen.

Verstand und Gefühl stehen nebeneinander. Rational sollte alles okay sein. Emotional ist da diese Möglichkeit: Es könnte nicht okay sein. Und das ist neu. Das ist anders geworden.

 

Es war diese Zerrissenheit zwischen den zwei Teilen.

 

Ich habe  mir Sätze vorgestellt wie: „Wer bist du, die wagt, etwas zu schreiben?“ Blöde Ausländerin. Oder noch stärkere Schimpfwörter. „Ist doch klar, dass die Ausländer nichts verstehen. Alles verdrehen.“

Meinungsfreiheit – für wen?

Ich weiß, dass ich hier in Deutschland Meinungsfreiheit habe. Theoretisch.

Aber praktisch hatte ich Angst. Und das sagt etwas aus über die Gesellschaft, in der wir leben. Im Mindestfall ist es ein Weckruf. Für mich ist es, als ob Hass und ausschließendes Gedankengut gesellschaftsfähig geworden sind. Die Menschen, die laut schreien, dass es hier keine Meinungsfreiheit gibt, schreien es die ganze Zeit – ohne Angst vor Repressalien.

 

Gefühlt kann jeder aufstehen und so etwas sagen:

 

„Vermisst seit 1945 (…) Adolf, bitte melde dich! Deutschland braucht dich! Das deutsche Volk.“  Elena Roon, AfD-Mitglied des Bayerischen Landtags, teilte im Jahr 2017 in einer Chatgruppe ein Bild von Hitler, auf dem dieser Schriftzug zu lesen war.

 

„Die Pläne für einen Massenaustausch der Bevölkerung sind längst geschrieben.“  Beatrix von Storch, stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, 2016 auf Twitter.

 

„Wer Homosexualität offen auslebt, dem droht dafür [in Marokko, Tunesien und Algerien] eine Gefängnisstrafe.“ – „Das sollten wir in Deutschland auch machen!“  Zwischenruf von Andreas Gehlmann, AfD-MdL in Sachsen-Anhalt, bei einer Landtagsrede von Henriette Quade (Die Linke) im Jahr 2016.

 

Und ich? Ich habe wirklich versucht, mich klar und differenziert auszudrücken. Ich habe auf meine Wortwahl geachtet und mir genau überlegt, was ich ausdrücken will. Was wahrscheinlich zeigt, dass mein Deutsch sowieso besser ist als das der Schreihälse. Und ich habe aus eigener Beobachtung und Erfahrung gesprochen.

 

Und ich hatte Angst, meinen Artikel zu veröffentlichen.

 Ich bin nicht alleine

Ich gehe davon aus, dass Menschen mit Migrationshintergrund Angst haben. Aber auch Menschen mit Behinderungen, Menschen aus der LGBTQ-Community. Ist das nicht schon eine Wiederholung von 1933?

Alok Vaid Menon zum Beispiel. Poet, Comedian, Aktivist aus den USA. Alok ist indisch-amerikanisch, nichtbinär, trägt extravagante Kleider und Makeup – und tritt in Interviews auf mit einer Selbstverständlichkeit, die mich berührt. Frei. Freundlich. Ganz dey selbst.

Alok hat einmal gefragt: „What part of you did you have to destroy in order to survive in this world?“ – Welchen Teil von dir musstest du zerstören, um in dieser Welt zu überleben?

Das trifft nicht nur Menschen, die aus der Norm fallen. Das trifft uns alle.

Seitdem hinterfrage ich öfter: Wo enge ich mich selbst noch ein? In dem, was ich sage? In dem, was ich anziehe? In dem, was ich mir erlaube zu sein?

Alok hat mir nicht konkret gesagt, was ich tun soll. Aber dey hat mir gezeigt: Es ist möglich. Und das macht meine Gedanken freier.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns zeigen. Dass wir sichtbar sind. Denn:

Die Demokratie ist gefährdet. Das kann ich gar nicht anders sagen.

Aber ich WEISS: Wir sind mehr.

Es ist großartig, dass so viele Menschen auf die Straßen gehen. Und so viele, die sich in den verschiedenen Social Media äußern. Die Demokratie ist ein hart erarbeitetes Gut. Sie braucht Pflege. Und sie muss aktiv lebendig gehalten werden.



Alok Menon: nonbinare Werbung für indische Brautkleider

Trotzdem

Was mir geholfen hat, trotz der Angst zu veröffentlichen?

 Überzeugung.

 Durch meine persönliche Geschichte habe ich lange geschwiegen. Und jetzt möchte ich das nicht mehr. Es ist einfach wichtig. Alles einfach schleichend sich verändern zu lassen, konnte ich auch nicht mehr.

 

Was ich anderen sagen würde, die auch Angst haben?

 

Jeder muss seinen Weg finden. Wenn jemand Angst hat, ist das berechtigt. Jeder kann tun, was er für richtig findet.

Und klar: Wenn es sich für dich richtig anfühlt, wenn es dir wichtig ist – dann sag es. Sag es für dich. Weil du es später vielleicht bereust.

Ich weiß jetzt: Schweigen schützt mich nicht. Sprechen vielleicht auch nicht. Aber Schweigen macht mich unsichtbar. Und das will ich nicht mehr sein.

Wann ist es zu spät?

Wann ist es zu spät?

Wann ist es zu spät hinzuschauen?

Zu spät den Mund aufzumachen?

Wann verpassen wir die Möglichkeit, etwas zu verändern?

Mein Herz ist in den letzten Tagen schwer. Zugegeben, es hat mit mir zu tun. Es fühlt sich wieder an wie ein Punkt, an dem ich entscheiden muss – oder zumindest hinschauen. Um entscheiden zu können, brauche ich einen Schritt raus, in die Ebene der Beobachterin. Draufschauen statt drin zu schmoren.

Ich sehe mit Entsetzen, was gerade in den USA passiert. Es ist irgendwie wie ein Déjà-vu – falling down the rabbit hole in eine dystopische Welt. Surreal, denke ich. Es ist gar nicht wahr, denke ich. Kann es wahr sein, was jetzt passiert? Und in wie vielen Ländern der Welt das Resonanz findet. Dass es Menschen gibt, die das beobachten und denken: Ja, so ist es okay. So ist es richtig.

Wann ist es zu spät, das nicht mehr nur surreal zu nennen?

 

Krieg ist kein abstrakter Begriff

Als ich nach Deutschland kam – es ist lange her: am 21. März 1994 – wurden mir zwei Filme empfohlen: Im Westen nichts Neues und Die Comedian Harmonists. Ich habe so viel geweint, als ich diese beiden Filme sah. Erst dann wurde mir wirklich klar, dass Krieg nichts Abstraktes ist. Kein Ding. Kein Konzept.

Krieg ist Menschenleben. Menschen, die leben und lieben und tun, was sie können, in einer Welt, die oft anstrengend genug ist. Krieg ist ein Apparat, der Menschen frisst, bis nur Blut und Knochen bleiben.

Menschen. Du. Ich. Alle anderen auch.

 

Das Leben geht weiter

Heute, als mein Herz so schwer war, kam mir ein anderer Gedanke: wie einfach es ist, sich im Alltag zu verlieren. Der Alltag ist manchmal – oder oft – schwer. Rechnungen wollen bezahlt werden, Arbeit gemacht, Kinder versorgt. Und ja, man wird wohl doch lachen und sich freuen können. Klar.

Dieser Gedanke hat mich zurück zu meiner Eingangsfrage gebracht: Wann ist es zu spät? Wenn ich merke, dass es mich doch angeht. Dass es mich betrifft. Dass es meine Arbeit, meine Beziehungen, mein Leben beeinflusst und verändert.

Wie spät ist zu spät?

 

Ankommen, Anpassen, Verschwinden

Ich kam 1994 nach Deutschland, aus Indien. Von meiner – damals – acht Millionen Stadt, Chennai in ein kleines Dorf im Münsterland: Everswinkel. Nettes Dorf, nette Menschen. Sie haben mich ab und zu mit großen Augen angeschaut, waren größtenteils freundlich. Glaube ich zumindest.

Ich war so überfordert damit, mich in einem Land zurechtzufinden, das so anders war als meines, dass ich vieles gar nicht mitbekommen habe. Hooray für Dissoziation – kann ein Segen sein.

Ich habe Deutsch gelernt. Und Mülltrennung. (Das Klischee konnte ich mir nicht verkneifen.) Ich habe mich angezogen wie eine Deutsche. Mir wurde gesagt, wie ich mich anzuziehen habe, um nicht unangenehm aufzufallen. Die Sachen standen mir zwar nicht, aber ich war ein braves Mädchen. Ich habe mich angepasst. Und angepasst. Und angepasst. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wer ich unter all den Schichten war.

Ich schweife nicht ab. Ich bezeuge. Ich beobachte dieses Land seit langer Zeit. Ich habe hier viel Schönes erlebt und viel Unschönes – aber darum geht es hier nicht. Das kommt vielleicht in einem eigenen Text.

 

Pegida, 2014

Was mir viel später auffiel – genauer gesagt ab 2014, als die ersten Pegida-Bewegungen anfingen – war Folgendes: Meine Anfangszeit in Deutschland war anstrengend und nicht immer gut, aber ich habe mich nie unsicher gefühlt. Das hat sich ab 2014 schleichend verändert. Gefühlt von einem Tag auf den anderen war die Welt anders.

Nein, niemand hat mich angegriffen. Niemand hat mich angepöbelt. Aber jedes Mal, wenn ich das Haus verließ, war ich mir meiner Hautfarbe bewusst wie nie zuvor.

Wann ist es zu spät, wenn Sicherheit leise verschwindet und niemand es laut benennt?

 

Atem holen

Durch viele Ausbildungen war ich lange nicht in Indien, fast fünf Jahre. Als ich wieder dort war, gab es diesen Huch-Moment: Ich gehe auf die Straße und bin wie alle anderen. Ich kann leichter atmen. Da habe ich es körperlich gespürt: In Deutschland ist mein Atem gehalten.

Das sind Feststellungen. Keine Entscheidungen. Kein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Kein besser oder schlechter. Einfach nur: Puh. Das war mir so nicht klar.

Ich habe mein indisches Herz wiederentdeckt und sehr gefallen daran gefunden, wie ich in Indien sein kann. Welche Aspekte dort lebendiger sind als hier.

 

Frankfurt Hauptbahnhof

Und dann, vor ein paar Wochen: Frankfurt Hauptbahnhof. Ich war in einem indischen Laden – nur Inder und Asiat:innen, indische Musik aus den Lautsprechern, Einkaufswagen voll mit Gewürzen und Linsen und all den Dingen, die nach Zuhause riechen. Ich stand da und dachte: Ach. So fühlt sich das also an. Ich war eine von vielen. Nicht anders. Einfach da.

Später, auf dem Bahnsteig, sah ich Menschen mit Einkaufstüten vorbeigehen. Koriander guckte raus. Okra. Mangos. Ich musste lächeln.

Auch hier in Deutschland kann ich ab und zu Heimat schnuppern und mich freuen.

 

Unbehagen

Das ist wichtig, weil für mich die Pegida-Bewegung, das gesellschaftsfähiger Werden radikaler Sprache und meine Erfahrungen in Indien miteinander verwoben sind. Ich spüre ein wachsendes Unbehagen bei den Äußerungen der AfD, bei Friedrich Merz und seiner Stadtbild-Debatte und bei diesem aktuellen Wunsch nach einer ICE-ähnlichen Einheit in Deutschland. Puh.

 

Gleichzeitig habe ich einen Clip von Michi Mittermeier gesehen, in dem er sagt, man solle Trump einen Lutscher in den A&%/ stecken: er will ja auch nur ein Stück Eis. Ich fand das herrlich. Nicht wegen der Wortwahl – sondern weil es Widerstand war. Laut. Klar. Unverblümt. Ich hatte das Gefühl: Wenn es auch diese Sprache noch gibt, wenn Menschen sich trauen, deutlich zu sein, Grenzen zu ziehen, sich nicht mundtot machen zu lassen, dann bin ich hier vielleicht noch eine Weile sicher.  

Meine 32 Jahre

Was mir wirklich weh tut: Ich lebe seit 32 Jahren hier. Ich habe mir ein Leben aufgebaut. Ich habe eine großartige Familie und einen Freundeskreis, bei dem ich zu hundert Prozent weiß, dass wir einander lieben und schützen würden. Ich habe wunderbare Yogateilnehmer:innen und Klient:innen, die ich durch schwere Phasen begleitet habe. Ich habe Liebe verschenkt. Und sie zurückbekommen.

Soll ich jetzt anfangen zu sagen, dass es in Deutschland irgendwie komisch wird?

„Wenn die AfD sagt ‚Wir sind das Volk‘, dann schaue ich mich um und denke: Nein. Das Volk – das sind die Menschen, die ich kenne und liebe. Die, mit denen ich verbunden bin. Du, die gerade über diesen Artikel gestolpert bist. Und all die anderen, die ich nicht kenne, aber die trotzdem da sind – die in ihrem Bereich tun, was sie können. Das sind die Menschen, die Deutschland für mich ausmachen.“

 

Mensch sein

Da bin ich wieder: Menschen. Wir sind nicht wir und die. Du Mensch. Ich Mensch. Wir lachen, weinen, schreien, arbeiten, feiern, streiten. Alles, was dazugehört.

Was wollen wir? Menschenwürdig leben und leben lassen. Einander unterstützen und stärken. Heute geht es mir gut. Morgen brauche ich vielleicht Hilfe. Das ist Leben. Das ist Menschsein.

Was die Politik in den USA gerade macht, überschreitet für mich genau diese Grenze: Menschen werden nicht mehr menschenwürdig behandelt.

Wann wird diese Grenze in Deutschland überschritten? Wann fangen wir an, in „gute“ und „schlechte“ Deutsche zu sortieren? Was wird das Kriterium sein? Wer hat das Recht, das zu entscheiden?

Bin ich eine gute Deutsche, weil ich Steuern zahle? Weil ich Deutsch spreche? Weil ich hier arbeite?

 

Renee Good

Alex Pretti

Das waren Menschen. Fangen wir schon an eine Liste von Namen zu machen?

 

Und nun?

Ich tue, was ich kann. Ich bleibe in Kontakt mit den Menschen um mich herum. Ich begleite, wo ich begleiten kann, und ich höre zu. Manchmal ist es nicht mehr als das: einer Person ein bisschen Raum lassen, ein kleines Licht nicht ausgehen lassen. So, wie andere mir immer wieder ein Licht gelassen haben.

 

Ich weiß nicht, ob es zu spät ist. Ich weiß nur, dass ich eine Stimme habe:  Und ich werde sie nutzen.



Meine I – Want – To Liste für das 1. Quartal 2026.

Meine I – Want – To Liste für das 1. Quartal 2026.

Ich mag keine Vorsätze, ich kann auch keine To dos. Ich brauche eine Struktur, die offen genug ist, um als Rahmen zu dienen, und gleichzeitig konkrete Möglichkeiten anbietet, damit ich mich nicht ganz verzettele.

Als ich die Idee von Judith Peters in The Content Society entdeckt habe (ja, ich mache mit), eine Liste pro Quartal zu erstellen, dachte ich: cool. Sie hat die Idee aus dem Buch Das 12 Wochen Jahr und hat sie mit uns geteilt. Ich dachte: yeah, ich probiere es aus, denn ich habe viele Want to dos, Dinge, die ich wirklich machen will.

Weil ich im letzten Jahr sehr einseitig gelebt habe, sehr viel Business (was mir einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht hat und immer noch macht), dachte ich, ich nutze die Want to dos als Erinnerung, persönlich, privat und beruflich in diesem Quartal besser zu balancieren.

Es ist mir schon aufgefallen, dass ich viel mehr Arbeits Want to dos habe als private. Hm, wir werden sehen…

Meine Business Want -to – do´s für das 1. Quartal 2026

  1. Ich verfeinere meine zwei Haupt-Coachingprogramme.: SomaticMapping und Trauma Mapping
  2. Ich schreibe 12 Blogartikel.
  3. Ich überarbeite meine zentrale Landingpage.
  4. Ich starte bis zum 31. März 2026 meinen Podcast zum Thema Mit Trauma leben.
  5. Ich gehe drei thematisch passende Kooperationen im Bereich Trauma ein.
  6. Ich schreibe mindestens einen Gastbeitrag zum Thema Trauma im Alltag.
  7. Ich verkaufe zehn Exemplare meines Trauma-Dossiers.
  8. Ich mache bis zum 31. März 2026 ein bis zwei Webinare zum Thema Mit Trauma leben im Alltag.

Meine langfristige Vision ist es, dass Mit Trauma leben im Alltag als klare fachliche Position mit meinem Namen verbunden ist und ein Buch schreiben.

Meine sportliche Want -to – do´s für das 1. Quartal 2026

9. Ich mache dreimal pro Woche Yoga.

10. Ich gehe ein- bis zweimal pro Woche trainieren und in die Sauna.

11. Ich gehe jeden Tag spazieren.

12. Ich nutze zweimal pro Woche die Fakirmatte zur Entspannung.

Meine wohnliche Want -to – do´s für das 1. Quartal 2026

13. Ich renoviere mein Schlafzimmer.

14. Ich erledige fünf kleine Reparaturaufgaben.

15. Ich pflanze mein Geburtstagsgeschenk ein. Das wird ein wunderschöner Strauch und ich werde auch rausbekommen wie der heißt…

16. Ich engagiere jemanden für die groben Gartenarbeiten.

17. Ich miste meinen Kleiderschrank aus und ordne ihn neu.

Meine wohnliche Want -to – do´s für das 1. Quartal 2026

18. Ich besuche zwei Konzerte. New Orleans Jazz und eins was ich noch aussuchen möchte.

19. Ich besuche die Banksy-Ausstellung in Mannheim.

20. Ich treffe mich mit einer lieben Freundin.

21. Ich gehe mit einer Freundin in die Sauna.

22. Ich probiere  mindestens ein neues Rezept aus.

23. Ich lese ein Buch – den letzten Teil von Tad Williams: einer meiner lieblings Schrifsteller: Navigator´s Children

24. Ich esse Käsefondue mit meiner Yogagruppe.

Ich nehme diese Liste mit in das Quartal. Das mache ich zum ersten Mal und bin sehr gespannt, wie es für mich funktioniert. Stressen tue ich mich auf keinen Fall. Welche Want to dos gelingen mir ???

Mein Motto 2026: Integrieren statt loslassen

Mein Motto 2026: Integrieren statt loslassen

„Loslassen“ ist ein Wort, das wir gut kennen.
Wir haben gelernt, dass es der Schlüssel sein soll, um weiterzukommen, leichter zu werden, freier zu leben.
Vergangenheit loslassen.
Muster loslassen.
Schmerz loslassen.

Und vieles daran ist richtig.

Und doch gibt es Dinge, die sich nicht einfach ablegen lassen.
Sie sträuben sich.
Sie halten fest.

Vielleicht geht es nicht mehr nur darum, loszulassen.
Sondern darum, bewusst zu integrieren.

Meine persönliche Erfahrung: Warum „Loslassen“ nicht funktioniert hat

„Ich lasse los.

Ich lasse die Vergangenheit los.

Ich lasse alte Muster los.

Ich lasse Glaubenssätze los.“

Und ja, ich verstehe es. Ich finde es richtig und wichtig, Ballast abzugeben, Dinge hinter sich zu lassen. Ich kann doch nicht die Schwere meiner Vergangenheit immer mit mir herumtragen. So komme ich doch nie weiter, so schaffe ich es doch nie, nach vorne zu schauen. Ich habe es verstanden. Ich habe es gewollt. Ich habe es versucht.

Es ist mir nicht gelungen.

Das ist vielleicht das Perfide an Traumaheilung: Ich und viele, die ich begleitet habe, sind Menschen, die nicht aufgegeben haben. Die drangeblieben sind. Die mutig ihre Abgründe angeschaut haben. Sie haben geschrien vor Schmerz und gebrüllt vor Wut und so viel geweint, dass eigentlich die Meere hätten überlaufen müssen.

Dann steht man da, die Biografie angeschaut, eingeordnet, Emotionen erlaubt. Und dann ist da dieser Wunsch, dass es jetzt leichter wird, einfacher, dass man die Schwere dieser Arbeit loslassen kann. Und ja: Die Abstände werden größer, die Länge der Zyklen wird kürzer, sie werden weniger eingreifend und weniger existenziell. Leider dauert das am längsten.

Aber das erwünschte und auch erwartete leichte Lebensgefühl, das Gefühl, dass das Leben nicht nur ein Kampf ist, den man jeden Tag aufs Neue bestehen muss, tritt nicht ein. Oder besser gesagt: Es ist nicht nachhaltig. Genau hier wird es perfide.

Man fängt an, an sich zu zweifeln. Denn Zweifeln ist ja schon die Superpower, das haben wir sehr gut gelernt. Und woran man zweifelt, ist man selbst.

Ich habe nicht genug an mir gearbeitet, ich habe nicht alles gegeben,

Ich habe nicht das Richtige gefunden.

Dahinter die Angst: Ich mache mir doch etwas vor.

Ich habe es doch gewusst. Ich bin nicht okay.

War doch klar, mit mir stimmt etwas nicht.

Es gibt ein Lied von India Arie, das ich sehr liebe: I Am Light. Darin singt sie:

I am not the things my family did.

I am not the voices in my head.

I am not the pieces of the brokenness inside.

Ich habe mich lange daran festgehalten. Es war lange mein Sehnsuchts- und Hoffnungslied. Ich habe weitergemacht. Ich hatte viele starke Momente.

Und dennoch. Dieses hässliche Dennoch.

Das Grundlebensgefühl blieb die Schwere.

Warum es so schwer ist, loszulassen

Dann kam eine Zeit, in der ich mich komplett zurückgezogen habe. Ich wollte nicht mit meinen Liebsten reden, nicht mit meiner Therapeutin, nicht mit meiner besten Freundin. Alle machten sich natürlich Sorgen.

Aber ich hatte das Gefühl, ich muss dieses Geheimnis, dieses Rätsel, was auch immer es war, selbst lösen. Ich muss meine Wahrheit finden, ohne Einflüsse von außen, selbst wenn sie liebevoll und fürsorglich waren. Das klingt vielleicht groß. Aber das waren die Worte, die aufgetaucht sind.

Der Kopf hatte es doch verstanden. Das Alte ist nicht nur nicht mehr dienlich, es ist toxisch. Es hindert auf mannigfache Weise, nach vorne zu schauen und nach vorne zu gehen.

Deshalb ist es nicht die Frage, warum es schwer ist, loszulassen, sondern: Was ist die Angst davor, was passiert, wenn ich loslasse? Damit hatte ich einen Hauch einer Idee. Und wenn ich mir große Worte erlaube: Es war ein Hauch von Erkenntnis. Vielleicht sogar Erleuchtung. So hat es sich angefühlt.

Zum ersten Mal eine Bewegung, die in mir geboren war. Wenn ich das Alte loslasse, lasse ich es endgültig los. Und was ist dieses „Es“, das Angst macht und so schmerzt bei dem Gedanken loszulassen?

Es ist das alte Ich, das Kind, das immer noch hofft, dass es geliebt wird. Loslassen heißt, diese Hoffnung loszulassen. Die Hoffnung, dass jemand kommt und tröstet, lobt und sagt: Hey, du hast es geschafft. Du bist toll. Diese Hoffnung loszulassen heißt, endgültig erwachsen zu werden.

Es gibt keinen Retter.

Und du denkst jetzt vielleicht: Das habe ich doch die ganze Zeit gewusst. Natürlich weißt du es. Aber es zu spüren, ist eine ganz andere Hausnummer. Für mich hat es sich angefühlt, als würde ich am lebendigen Leib enthäutet. Das englische Wort wäre „excruciating pain.“ Ich habe nichts auf Deutsch gefunden, was für mich passend klingt.

Also:

Lasse ich Hoffnung los. Wenn es um Kindheitstraumata geht, lasse ich Zugehörigkeit los. Wenn du dir den Liedtext noch einmal anschaust: I am not the things my family did. Ganz sicher nicht. Besonders dann nicht, wenn es mir angetan wurde. Mit diesem loslassen lasse ich die Familie los…. Der Kopf sagt: Ja klar, toxisch, lass sie gehen. Familie loszulassen heißt, die Zugehörigkeit zum Clan, zu den Ahnen loszulassen. Übrigens: Das stimmt nicht.

Aber so fühlt es sich an. Und da bist du ganz enthäutet.

Verletzlich. Nackt.

Denn die neue Haut braucht Zeit, um zu wachsen. Und noch mehr Zeit, um sich dir anzupassen.

Identität loslassen und die neue Integration

Und so komme ich zum Dritten, was loszulassen ist: Identität. Ich gehöre nicht nur nicht mehr zu meinem Clan. Ich weiß auch nicht, wer ich bin, wenn ich die alte Haut loslasse.

Ich bin doch die, die gekämpft hat, die nicht aufgegeben hat, die funktioniert hat, die eine starke Außenpersona entwickelt hat. Ich werde wahrgenommen als strahlend und liebevoll und noch so vieles mehr.

Und dann fängt das Zweifeln an.

War dieser strahlende Teil überhaupt echt? War es nur eine Maske? Nein. Es war keine Maske. Das ist auch echt.

Aber was, wenn es doch nur eine Maske war?

Und wenn ich mich so zeige, was passiert dann im Außen?

Das hier sind geschriebene Worte. Sie sind nicht einmal neu. Aber wenn du spürst, was sie bedeuten, dann spürst du auch, was du durchmachst und wie anstrengend es ist. Und bitte, bitte sei milde mit dir. Du bewerkstelligst etwas Großes.

Du erinnerst dich an diesen Hauch eines Impulses? Ich bleibe bei India Arie und habe es für mich umgetextet in:

I am the brokenness inside.

Es gibt Teile in mir, die irreparabel zerschmettert sind. Und ich habe versucht, diese zerschmetterten Teile mit den Fingern aufzusammeln. Ich habe immer wieder geblutet. Und es hat nichts gebracht.

Meine große Erkenntnis war: Ich kann nicht reparieren, was so fragmentiert ist. Ich kann es höchstens aufsammeln und sehr sorgfältig, sehr fürsorglich einen Ehrenplatz geben und mich dem immer wieder widmen. Und dann fängt es langsam an, zusammenzuwachsen. Es wird nicht mehr sein wie vorher. Es wird viele große und kleine Narben geben. Und das bin ich auch. Zu mir gehören alle meine Anteile.

Erinnerst du dich an die Strahlende? Die ist genauso echt wie die Fragmentierte

Es ist kein Entweder oder mehr. Es ist ein Sowohl als auch.

Was das für meine Arbeit bedeutet ?

In meiner Arbeit bin ich durch unerforschtes Terrain gegangen. Und jetzt, wo ich auf der anderen Seite bin, habe ich eine große, helle Fackel. Ich wünsche mir, dass all jene, die vielleicht noch im Dschungel Kreise drehen, dieses Licht sehen und zumindest wissen, dass es eine andere Seite gibt. Das sie das Gefühl bekommen das es ist nicht mehr ganz unerforscht ist.

Ich habe hier und da Marker hinterlassen. Und ich hoffe, dass du, wenn du ganz verzweifelt bist, einen dieser Marker findest, dass es dich tröstet zu wissen, dass du nicht ganz allein bist, und dass es dir Hoffnung gibt, dass der Weg nicht völlig unbekannt ist.

Ich will Hoffnung neu definieren. Weg von einem ohnmächtigen Hilfeschrei, hin zu einem sehr greifbaren Vertrauen in sich selbst und in das Leben.

Ich verabschiede mich von Sätzen wie: „Du bist okay.“ „Du bist gut genug.“ Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich nicht okay. Vielleicht bin ich nicht gut genug. Aber ich tue, was ich kann. Mehr muss ich von mir nicht erwarten.

Und ein kleiner Ausflug zum Schluss:

Wer darf dir überhaupt sagen, ob du genug bist oder nicht?

Spoiler: Niemand.

Ich plädiere hier weder für nur Integrieren noch für nur Loslassen. Es geht vielmehr darum, sich wahrzunehmen und genau zu wissen, was in diesem Moment gebraucht wird.

58 Fun Facts über mich

58 Fun Facts über mich

1 .Ich bin in Indien geboren, in der Großstadt Chennai mit heute 12,4 Millionen Einwohnern. Als ich 1973 geboren bin, lag die Einwohnerzahl bei 4,4 Millionen.

2. Damals hieß es noch Madras, ein Relikt aus der englischen Besetzung. Ich habe mir sehr schwer getan, mich daran zu gewöhnen.

3.  Ein Lieblingszitat: Chennai is a city but Madras is home.
So viel wie: Chennai heißt die Stadt, aber Madras ist mein Zuhause.

4.  Wir haben Chennai immer ein großes Dorf genannt: egal, wo man hinging, man hat immer jemanden getroffen, den man kannte oder dessen Schwester in die gleiche Schule ging oder oder …
Das gilt heute auch mit den 12,4 Millionen Einwohnern noch. Ich liebe es.

5.  Zu den obigen Zahlen passend oder unpassend wohne ich heute in Quirnheim in der Pfalz mit 800 Einwohnern. Also eigentlich etwas außerhalb, wir haben um die 30 Nachbarn. Das liebe ich auch.

6.  Als Kind war mein Lieblingskuchen Black Forest Cake, Schwarzwälder Kirschtorte. Als ich in Deutschland war, habe ich überrascht festgestellt, dass er aus Deutschland, aus der Region Schwarzwald, stammt.

7.  Emil und die Detektive habe ich in der 5. Klasse in der Schule gelesen.

8.  Zur Schule bin ich auf die Good Shepherd Higher Secondary School gegangen, vom Kindergarten bis zur 12. Klasse.

9.  Dort habe ich meine beste Freundin kennengelernt, und jetzt, 47 Jahre später, sind wir immer noch befreundet.

10. Apropos Freundschaft: Ich kam 1994 nach Deutschland. Es gab noch kein Internet. Ich habe Briefe nach Hause geschrieben. Briefe haben damals irgendwas zwischen fünf Tagen und drei Monaten gebraucht.

11. Als Jugendliche waren 99 Red Balloons (99 Luftballons von Nena) und Cheri Cheri Lady Teil meiner Playlist. Später, als ich in Deutschland war, kam Dieter Bohlen als kleiner Schock.

12. Oh ja, in meinem ersten Monat in Deutschland hatte ich eine Telefonrechnung von 1300 DM, 3 Mark 30 die Minute. Diese Zahl werde ich nie vergessen.

13. Mit meiner ersten E Mail Adresse, Hotmail, wer erinnert sich, konnte ich den Kontakt zur Heimat wieder etwas mehr herstellen.

14. Gegen ein Handy habe ich mich lange gewehrt, wer braucht denn sowas?

15. Mein erstes internetfähiges Handy und der Einzug von Facebook haben mir meine Freunde und die Heimat in meine Handtasche zurückgebracht. Deshalb kann ich Facebook einfach nicht hassen.

16. Als meine Freundin in Indien ihr Hochzeitskleid gekauft hat, war ich digital dabei. Großartig.

17. Ich war 19, als ich nach Deutschland kam. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden: mutig oder vollkommen wahnsinnig.

18. Neue Geschmäcker: Sprudel, Senf, Matjes, Kuchen zum Frühstück, und einiges mehr. Was auch sehr Gewöhnungsbedürftig war / ist.

19. Erst seit ich in Deutschland bin, musste ich mich mit dem Kastensystem in Indien etwas mehr auseinandersetzen. Als Stadtkind hat es in meinem Alltag keine Rolle gespielt. Ich ging in eine christliche Schule, hatte muslimische, christliche und jüdische Freundinnen, und in der Schule hatten wir frei für die großen Feiertage aller Religionen.

20. Ich habe mich oft geärgert, dass die Menschen in Deutschland so wenig über Indien wissen, bis ich realisiert habe, dass viele Inder denken, dass alle Deutschen in Lederhosen herumlaufen und den ganzen Tag Bier trinken. Das ist irgendwie beruhigend.

21a. Das Allgemeinwissen über Europa in Indien ist dennoch deutlich größer als das der Europäer über Indien oder Asien.

21. Wetter: Wohnung hochgeheizt bis 26 Grad und immer noch gefroren.

22. Wintertaugliche Schuhe gekauft und mich vor Blasen nicht retten können. In einem Jahr ändert sich meine Schuhgröße von 37 auf 38.

23. Erster deutscher Satz neben Guten Tag, Danke und Bitte: Können Sie bitte langsamer sprechen …

24. Tränen in den Augen, als ich das erste Mal im türkischen Laden Ingwer entdeckte.

25. Erstes Mal Spargel gekocht: die Spitzen verkocht und weggeschmissen und den Rest gegessen: Hat nicht geschmeckt.

26. Alles im Fernsehen geschaut, um Sprache zu lernen. Besonders bei den ganzen Reality TV Shows und Serien festgestellt, dass Menschen überall Menschen sind. Bei dem Satz in einer Show, „Meine Mama kocht das besser als du“, habe ich laut gelacht.

27. Alles Mögliche gelesen, vom Erlkönig und Otfried Preußler bis zum Lustigen Taschenbuch.

28. Auf Deutsch geträumt und meinen eigenen Traum nicht verstanden.

29. Führerscheintheorie auf Englisch gemacht. Mit dem Fahrlehrer auf Deutsch, Englisch und Zeichensprache kommuniziert.

30. Die englische Botschaft angerufen und nach englischsprachigen Personen in der Region gefragt. Das war in Münster. Habe dort meine ersten Freunde gefunden.

31. Deutsche Sprache, schwere Sprache, der, die und das sind immer noch keine Freunde.

32. Käse gekauft und weggeschmissen, weil er kaputt war, hat ganz arg gerochen …

33. Mich im Chor angemeldet, um Kontakte zu knüpfen, und festgestellt, dass ich nicht singen kann.

34. Deutschsprachtest für die Uni gemacht (aus Spaß) und die beste Note bekommen, besser als die, die eigentlich studieren wollten.

35. Eine relativ neue Leidenschaft ist Yoga zur Technomusik.

36. Ich lese Lieblingsbücher gerne immer und immer wieder. Es ist, als ob ich alte Freunde besuche.

37. Ein Schriftsteller, den ich toll finde, ist Terry Pratchett. Ich dachte immer, wenn ich ein Buch schreibe, soll es in einem ähnlichen Stil sein.

38. Ich habe die Yogalehrer Ausbildung gemacht, um wieder Kontakt zu meinen indischen Wurzeln zu bekommen. Ich konnte mir nie vorstellen, jemals zu unterrichten.

39. Am Ende der zweijährigen Ausbildung habe ich mich als Erste gemeldet, um einen Kollegen in meiner Yogaschule zu vertreten.

40. Ich unterrichte heute, im Jahr 2026, seit 20 Jahren Yoga.

41. ch habe immer noch Teilnehmer:innen, die mich fast genauso lange kennen.

42. Ich habe Spaß daran, Deutsche zur Genauigkeit in der Sprache herauszufordern.

43. Die Anwendung des Genitivs macht mir Freude; ein inneres Schmunzeln inklusive.

44. Ich mag Quizsendungen. Gefragt:Gejagt und, muss eingestehen: Wer wird Millionär. 

45. Mein Allgemeinwissen überrascht mich immer wieder: Ich weiß ein bisschen über vieles, und manchmal taucht eine richtige Perle auf.

46. Ich wohne lange genug in der Pfalz, dass ich Dampfnudeln und Kartoffelsuppe eine logische Zusammensetzung finde.

47. Meine Katze heißt Jaani (Djaani ausgesprochen, bedeutet so viel wie Liebster auf Hindi), aber er heißt auch alles andere, was aus meinem Mund rauskommt. Zurzeit: Trondheim, Chiquita, Chickwondo und einiges mehr.

48. Ich spreche Englisch, Hindi (meine Muttersprache), Tamil (aus der Region Chennai), Deutsch und ein nordindisches Dialekt.

49. Das nordindische Dialekt, Punjabi, kann ich gut verstehen, aber nicht so gut sprechen. Aber seit ich den Kater habe, rede ich manchmal Punjabi mit ihm und muss dann selber laut lachen.

50. Ich lese Fachbücher auf Deutsch und Freizeitbücher auf Englisch.

51. Ich habe meinen Ex Mann in Indien kennengelernt, und wir haben natürlich Englisch miteinander gesprochen. Später, als mein Deutsch wirklich gut war, konnte ich, wenn wir in einer Runde mit Freunden saßen, mit allen Deutsch sprechen, und sobald ich meinem Ex Mann etwas sagen wollte, bin ich unbewusst auf Englisch gewechselt.

52. Ich bin mit Donkey Kong groß geworden, wer erinnert sich?

53. Ich habe Tetris geliebt und tue es immer noch.

54. Ich habe ein Spiel, Stuff Sort, das ich gerne spiele. Es geht um Regale aufräumen, das ist eine große Unterstützung, um meine Gedanken zu sortieren.

55. Ähnlich geht es mir mit Puzzeln, sortieren, ordnen, zusammenfügen.

56. Ich kann nicht frühstücken, es wird mir schlecht, außer im Urlaub. Dann ist es eher Brunch oder in Indien: scharfes Frühstück ist etwas Wunderbares.

57. Ich habe mal auf dem Wurstmarkt die schärfste Currywurst gegessen. Ich musste unterschreiben, dass ich es auf eigene Gefahr mache, und hatte dann ein kleines Publikum, das mich beobachtet hat, als ich sie gegessen habe.

58. Ich experimentiere gerne mit Friseuren; kein Foto sieht aus wie das andere.